Stellungnahme zum Test Orangensaft, Ökotest Magazin (04/2018)

Aktuell: Öko-Test bewertet Orangensaft nach willkürlichen Kriterien

In einer aktuellen Untersuchung von Öko-Test wurden 20 Orangensäfte, die im deutschen Handel angeboten werden, bewertet. Als wichtigste Test-Kriterien neben Geschmack und Sensorik wurden hierbei die Labels für eine verantwortungsvolle Produktion und die Verpackung in Hinblick auf die Umweltfreundlichkeit bewertet.

Der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) freut sich, dass dabei alle getesteten Orangensäfte bei der Aromaanalyse in Punkto Geschmack und Sensorik gut abschneiden und es bei keinem Saft etwas zu beanstanden gibt.

Die Übergewichtung von Kriterien, die nicht die eigentliche Produktqualität, sondern Produktions- und Kennzeichnungsaspekte betreffen, sieht der VdF hingegen kritisch. 

So sind einige Produkte – vor allem konventioneller Herkunft – von Abwertungen betroffen, weil Öko-Test fehlende Hinweise auf eine faire Produktion sowie Bio-Standards übermäßig gewichtet. Dabei können die in diesem Kontext gewerteten Labels auch nur bedingt weiterhelfen,denn kein Label umfasst im Einzelnen sowohl soziale als auch Umweltaspekte.

Es ist nicht nachvollziehbar, dass das Testergebnis für Produkte, auf denen sich kein Label für eine verantwortungsvolle Produktion befindet, im besten Falle mit „befriedigend“ ausfällt. Schulnoten 5 oder gar 6 für einen Orangensaft, der geschmacklich überzeugt, aber kein entsprechendes Label aufweist und in einer handelsüblichen Einwegflasche angeboten wird, sind ebenfalls willkürlich und absolut nicht nachzuvollziehen.