Mit der Obstblüte beginnt das Fruchtsaft-Jahr 2018

Bonn, 23. April 2018. Fruchtsäfte sind Naturprodukte und wie ihr Rohstoff Obst abhängig von der Laune der Natur. Wenn jetzt bundesweit die Obstbäume blühen, dann hoffen neben den Obsterzeugern auch die Fruchtsafthersteller auf einen besseren Vegetationsverlauf als im Vorjahr. Hier hatte eine frühe Baumblüte und später Nachtfrost zu dramatischen Ernteausfällen insbesondere bei Äpfeln geführt. Neues Jahr, neues Glück – denn der Bedarf der heimischen Fruchtsafthersteller liegt bei rund 900.000 Tonnen Obst und Gemüse und dafür wird mit der Obstblüte jetzt der Grundstein gelegt.

Frost ist der Feind der Früchte
Von der Blüte bis zum Saft ist es aber noch ein langer Weg. Es liegt jetzt in der Hand der Natur wie sie den Verlauf der Fruchtentwicklung und damit die Grundlage für das Naturprodukt Saft gestaltet. Besonders die Blüten der Kirsche sind sehr temperaturempfindlich, aber auch bei Äpfeln können späte Nachtfröste für große Ernteverluste sorgen – bei Minusgraden erfrieren sie buchstäblich. Ist die Blütezeit frostfrei überstanden, wirken auf die Frucht und ihr Aroma weitere Witterungsbedingungen wie beispielsweise die Zahl der Sonnenstunden, Niederschläge und die Temperaturen. Über den Sommer hinweg entwickelt sich die Frucht mit ihren Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und typischen Fruchtaromen sowie das Verhältnis von Süße und Säure.

Apfel ist die wichtigste heimische Obstart
Die Kirschbäume genießen als Starter in die Blütensaison die erste Aufmerksamkeit, doch die später blühenden Apfelbäume machen den Löwenanteil an der deutschen Obstproduktion und auch für die Saftherstellung aus. Die Äpfel rangieren bei uns seit Jahren als beliebteste Obstsorte ganz oben – sowohl im Anbau der Obstplantagen für Tafelobst, beim Pro-Kopf-Verbrauch von frischen Früchten als auch in Form von Fruchtsäften und Fruchtsaftschorlen. Die Deutschen trinken durchschnittlich 7,5 Liter Apfelsaft und 6,5 Liter Apfelsaftschorle pro Jahr.

Streuobstwiesen und ihre Besonderheiten
Unser Apfelsaft stammt zu einem großen Teil von Äpfeln, die auf Streuobstwiesen wachsen. Diese traditionelle Form des Obstanbaus ist vor allem in Süddeutschland noch weit verbreitet und Kulturlandschaft prägendes Element. Sie werden von Landwirten als Nebenkultur bzw. -erwerb oder privaten Besitzern betrieben und gepflegt und grenzen sich auch darin deutlich von den professionellen Tafelobst-Anbauflächen ab. Im Gegensatz zu den niedrigen Baumanlagen in größeren Obstanbaugebieten stehen die hochstämmigen Streuobstbäume nicht streng in Reih und Glied, sondern „verstreut“ auf Wiesen und Weiden. Auf der Streuobstwiese ist viel Handarbeit gefragt, insbesondere zur Erntezeit. Ihre Fläche wird in Deutschland auf 300.000 ha geschätzt. Der besondere Reiz der Streuobstwiesen liegt in der besonderen Mischung der Obstarten und -sorten und hier insbesondere in der Zahl der alten Obstsorten. Bis zu 3.000 verschiedene Sorten, darunter alleine 1.400 Apfelsorten wachsen bundesweit auf den Streuobstwiesen. Dieses Sortenspektrum verleiht den Streuobstwiesensäften ein ganz besonderes Aroma. Streuobstwiesen sind darüber hinaus wertvolle Biotope für mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten. Abhängig von Wetter und Vegetationsverlauf liegt die Erntemenge der Streuobstäpfel zwischen 300.000 und 800.000 Tonnen. Reicht in schwachen Erntejahren unsere Ernte nicht aus, werden Äpfel aus Polen, Italien, Belgien, den Niederlande, Frankreich, etc. importiert.

DOWNLOAD PRESSEBILD